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Ibogain

Formel aus:

(12, 45/238, 62/439)

Andere Namen:

12-Methoxy-ibogamin, (62/439) ibogaine (engl.). (45/238, 62/439)

Dosis:

3-5 mg/kg Koerpergewicht. P.o. treten die ersten Symptome nach 45-60 Min. auf. (13) 5 mg/kg Koerpergewicht (36) 0,1-1,2 mg/kg unwirksam (12) ab 1 mg/kg Koerpergewicht (62/439) Im Rahmen des afrikanischen Bwiti-Kultes wird ein Auszug aus der Wurzelrinde von Tabernanthe iboga eingenommen, um den "Kopf aufzubrechen". Hierzu werden Dosen von bis zu 6g Ibogain verwendet. An dieser Dosis sterben manche der Teilnehmer der Initiation, wie Fernandez im Jahre 1972 festgestellt hatte. Bei niederen Dosen wirkt die Droge nur stimulierend. (Fernandez 1972, Schleiffer 1979) (62/372)

Spezifikation:

Ibogain bildet weisse Nadeln (20), die in EtOH, Et2O, CHCl3, Aceton (20, 62/439) und Benzol loeslich sind. Der Schmelzpunkt (mp) betraegt 148-150 Grad Celsius. (20) Die Summenformel lautet auf C20H26N2O. Das Mol.Gew. betraegt 310,42. Kristallisiert mit prismatischen Nadeln aus EtOH, der mp betraegt dann 152-153 Grad Celsius; (62/439)

Das Hydrochlorid hat einen mp von 299-300 Grad Celsius (erniedrigt). Es ist loesl. in H2O. (62/439)

Vorkommen:

Tabernanthe iboga, Tabernaemonatana spp., Voacanga spp., Daturicarpa elliptica, Ervatamia orientalis, Pagiantha cerifera, Trachelospermum jasminoides, Alstonia, Stenosolen.


Allgemeines:

Ibogain ist ein Indolalkaloid (12) und kommt in einer Reihe verschiedener Pflanzen in der Natur vor. Am bekanntesten ist das Vorkommen in der Wurzelrinde von Tabernanthe iboga, doch das Alkaloid ist in der Pflanzenfamilie der Hundsgiftgewaechse (Apocynaceae) allgemein weit verbreitet. (eigen)

An Katzen hat man typische Angst- und Fluchtreaktionen beobachtet, was auf eine halluzinogene Aktivitaet hindeuten wuerde. Der Angriffspunkt liegt nach encephalographischen Versuchen in der Gegend der Formatio reticularis. (Schneider und Sigg) (12) Wird von C. Naranjo als imaginationssteigernde Droge bezeichnet. Ist ein Inhibitor (Hemmstoff) fuer das Enzym Monoaminooxidase (MAO). Das erklaert seine Eigenschaft Depressionen aufzuhellen. Nach C. Naranjo ist es deshalb "das erste Antidepressivum dieser Art der Schulmedizin". Nach C. Naranjo, der sich auf etwa 100 solcher Behandlungen beruft, die er entweder selber durchfuehrte oder ueber Kollegen kennenlernte, schreibt, "Was die physischen Wirkungen betrifft, verursachen weder Ibogain noch Harmala-Alkaloide (Harmin, Harmalin,...) eine Pupillenerweiterung oder ein Ansteigen des Blutdrucks ... ... Auch aehnelt das Ibogain dem Harmalin insofern, als es oefter als alle anderen psychoaktiven Chemikalien, Alkohol ausgenommen, Gleichgewichtsstoerungen und Erbrechen hervorruft. Deshalb soll die Therapie bei leeren Magen vorgenommen werden, und man dafuer sorgen, dass sich der Patient liegend behandeln laesst. (13) Ein giftiges Alkaloid und Wirkstoff von Iboga; bei Dosierungen von ueber 5 mg/kg Koerpergewicht halluzinogen, stimuliert den Geschlechtstrieb und weckt die primitiven Impulse. (36)

Ibogain ist in den Vereinigten Staaten in Schedule I des dortigen Betaeubungsmittelgesetzes eingeordnet, gleich wie DMT (Dimethyltryptamin), LSD, Psilocybin und andere Halluzinogene. Die legale Verwendung von Ibogain ist damit in den USA gaenzlich unmoeglich. (62/373)

Wirkungen:

Die Substanz hat zentralstimulierende Wirkungen (32, 45/238) und ist auch ein MAO-Hemmer. (32) Dadurch kommt es bei hoeheren Dosierungen zu lebhaften Phantasien, Visionen und eventuell zu Halluzinationen bei geschlossenen Augen, (32, 45/238) aber auch zu Halluzinationen anderer Sinne. Die Wirkung ist oft von Angstzustaenden gepraegt. Toxische Dosen fuehren zu Konvulsionen, Laehmung und zum Zusammenbruch der Atmung. (45/238f.) Viele Versuchspersonen, die Ibogain genommen haben, berichteten von langanhaltenden Erektionen, stundenlangen Kopulationen und ungeheuren sexuellen Geluesten. Andere Personen hingegen von typischen Vergiftungserscheinungen. (32) Kleine Dosen wirken anregend und stimmungsaufhellend. Sehr hohe Dosen wirken toedlich. (32, 45/236) Wenn Ibogain mit Yohimbin kombiniert wird, kann es zu sehr gefaehrlichen Rauschzustaenden kommen, da Yohimbin ebenfalls ein kraeftiger MAO-Hemmer ist. Wieso die Bwiti-Initianten Letaldosen ueberleben ist ungeklaert. (32)

Ibogain ist auch ein Cholinesterasehemmer, der zu Bluthochdruck und zu einer Steigerung des Appetits und einer Anregung der Verdauung fuehrt, laut den Untersuchungen von Vincent und SÚro aus dem Jahr 1942. (45/238)

Die Droge wurde auch in beschraenkter Form als Antidepressiva eingesetzt, wie Furst 1974 berichtet. (62/372)

C. Naranjo untersuchte auch die Wirkungen von Ibogain und die Wirkungen eines Extraktes aus den Wurzeln zur Unterstuetzung der Psychotherapie. Der Psychotherapeut entdeckte, dass die Substanz die Phantasie steigere und Kindheitserinnerungen leichter zugaenglich mache. (62/373)

Wirkungsdauer:

Manche Patienten erzaehlen von subjektiven Nachwirkungen, noch nach 24h (20%), nach 36h (15%) und sogar noch laenger (5%)

Sucht:

Die Ausbildung einer koerperlichen Abhaengigkeit ist nicht bekannt. (eigen)

Geschichte:

1901: Erstmalige Isolation aus der Wurzelrinde von Tabernanthe iboga. (12, 62/372)

1901: Isolation durch Dybowski und Landrin aus Tabernanthe iboga. Die Forschungsgruppe um Haller und Heckel untersuchte ebenfalls in diesem Jahr die Droge.(45/238)

1942: Vincent & SÚro entdeckten, dass Ibogain ein Cholinesterasehemmer ist. (45/238)

1957: Schneider & Sigg entdeckten und untersuchten die psychoaktive Wirkung.(45/238, 62/439)

1966: Eine Synthese wurde durch Buechi erstellt. (45/238, 62/439)

1975: Synthese durch Rosenmund. (62/439)

1975: Ibogain wird von Knox & Slobbe aus Ervatamia orientalis isoliert. (62/371)

1976: Bruneton et al. entdeckten Ibogain in Daturicarpa elliptica. (62/371)

1981: Mulamba et al. isolierten Ibogain aus Tabernanthe pubescens. (62/371)

1982: Ibogain wurde aus verschiedenen Pflanzen aus der Familie Voacanga von Hedberg et al. isoliert. (62/371)

1983: Richard et al. isolierten Ibogain aus Voacanga schweinfurthii var. puberula. (62/371)

1983: Die ungemein seltene Rauschdroge Ibogain tauchte nach Stafford erstmalig in den USA als "Strassendroge" auf, bei den Untersuchungen durch die PharmChem Laboratory "street drug" analysis service. Die Verbindung wurde ziemlich sicher extrahiert - nicht synthetisiert. (62/373)

1984: Isolation aus 10 Arten der Pflanzenfamilie Tabernaemonatana spp. durch Van Beek et al. (62/371)

1985: Van Beek et al. entdeckten, dass Ibogain das Hauptalkaloid der Rinde von Tabernaemontana (auch Sarcopharyngia genannt) crassa ist. (62/371)

1986: Batchily et al. bestaetigten die Entdeckung von Van Beek et al. aus dem Jahre 1985. (62/371)

1988: Attar-Ur-Rahman et al. isolierten Ibogain aus Trachelospermum jasminoides. (62/371)

1989: Bert et al. isolierten die Verbindung aus Pagiantha cerifera. (62/371)

1990: Ein Mitglied der Schweizer Aerztegesellschaft fuer Psycholytische Therapie (S─PT) verabreichte bei einem Workshop in Frankreich die legale Substanz Ibogain an einen Patienten. Dieser verstarb an den Folgen der Applikation. (77/62) Daraufhin wurden die Sondergenehmigungen fuer den Einsatz von Halluzinogenen (v.a. MDMA (XTC), aber auch LSD) in der Psychotherapie auch in der Schweiz, dem letzten Land der Erde, wo dies noch moeglich war, stark eingeschraenkt. Es durften nur mehr die begonnenen therapeutischen Sitzungen abgeschlossen werden unter der Aufsicht von Prof. Ladewig von der Basler Universitaetsklinik. Neuerliche Genehmigungen wurden nicht ausgestellt.(78/102f.)

ca. 1995: Ibogain stand als Therapie gegen die Abhaengigkeit von Opioiden zur Diskussion. Das Ganze ist mehr als zweifelhaft. (eigen)

ca. 1995: Die Droge wird von verschiedenen Firmen in den Vereinigten Staaten in Form der unbehandelten Wurzeln der Pflanze Tabernanthe iboga zum Verkauf angeboten. (62/373)

ca. 1998: Es werden gefuehrte Reisen nach Afrika angeboten, in denen der Konsum von Ibogain-basierenden Drogentruenken und die Teilnahme an Initiationen vermittelt werden. (eigen)